Wie ich in 5 Monaten 30.000€ für die berufliche Auszeit gespart habe

Jeder hat in Sachen Finanzen mal “klein” angefangen. Oder an einem Punkt, wo er - selbst wenn er es ja eigentlich besser wusste - keinen besonders tollen Überblick hatte. Ich bin da keine Ausnahme.

Doch 2015 hatte ich ein klares Ziel: ich wollte meinen Job kündigen und auf Reisen gehen.

Das hieß, ich hatte für unbestimmte Zeit keine Einnahmen. Also brauchte ich vor allem 2 Dinge:

  1. Geld, von dem ich erstmal leben und reisen konnte und

  2. Lebenshaltungskosten, die ich auch ohne Einkommen managen konnte

Heute zeige ich Dir in aller Offenheit, wie ich meine Finanzen für diese Auszeit geordnet habe. Lass Dich dabei von den reinen Zahlen bitte nicht irritieren. Ich hatte einen wirklich gut bezahlten Job. Das macht es natürlich viel leichter Geld an die Seite zu legen.

Es kann also gut möglich sein, dass Du weniger Geld sparen kannst. Das ist kein Problem, denn weniger die Beträge sind wichtig, sondern das Bewusstsein über Deine Einnahmen und Ausgaben ist der Teil, der meiner Meinung nach über Deinen Erfolg entscheidet.

Wenn Du sicher weißt, wie viel Geld Du benötigst und sicher weißt, woher es kommt, wird Dein Plan aufgehen. Egal wie groß Dein Erspartes ist!

Schritt 1: monatliche Kosten reduzieren

Einnahmen und Ausgaben aufschreiben

Begonnen habe ich damit, mir meine Ausgaben und Einnahmen aufzuschreiben, damit ich weiß, wo mein Geld hingeht. Wie viel Miete habe ich gezahlt? Wie viel Geld ging für Versicherungen drauf? Was hat mein Handy gekostet? Wie viel habe ich für Lebensmittel ausgegeben? usw.

Die Einnahmen waren schnell erfasst. Als Angestellte war das mein monatliches Netto-Gehalt.

Die Ausgaben waren aber schon schwieriger. Ganz ehrlich: ich hatte mich bis dahin nie groß damit beschäftigt, wohin mein Geld wirklich floss. Solange am Monatsende kein Minus auf dem Konto war, reichte mir das. Merkte ich einmal, dass ich zu viel ausgegeben habe, riss ich mich im kommenden Monat etwas zusammen.

Einen wirklichen Überblick hatte ich damals nicht.

Was ich jedoch wusste war, dass am Monatsende kaum etwas übrig blieb.

Einsparpotenziale finden

So konnte ich natürlich nicht weitermachen.

Meine Ausgaben waren eindeutig zu hoch. Ich musste herausfinden, welche Ausgaben ich wirklich brauche und welche nicht. Was konnte ich reduzieren? Was musste bleiben?

Also habe ich begonnen, mich und meine Kaufgewohnheiten über eine gewisse Zeit zu beobachten. Wofür gab ich eigentlich den ganzen Tag über Geld aus? Wie viel Geld ging für Lebensmittel drauf? Wie viel fürs auswärts essen? usw.

Die Analyse war ein ziemlicher Schock.

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Jeden Tag unter der Woche 1-2 Kaffee to go für 3,50€. Mittags regelmäßig ein Lunch für 10-20€. Dazu kamen 2-3x Abends auswärts Essen und Shopping für nochmal zwischen 300 und 500€….

Da kam einiges zusammen.


Doch mussten diese Ausgaben wirklich sein? Nein. Zumindest nicht alle und vor allem nicht mit dem Ziel, das ich vor Augen hatte.


Budget aufstellen

Natürlich wollte ich nicht gleich auf jeden Kaffee verzichten, oder nie wieder abends gemeinsam mit Freunden essen gehen. Ein wenig Leben wollte ich natürlich schon noch.

Also habe ich mir ein Budget erstellt, in dem ich jedem Bereich einen monatlichen Maximalbetrag zugeordnet habe. So musste ich nicht auf alles verzichten, sondern konnte mir in gewissem Rahmen immer noch die Dinge leisten, die ich gerne mochte.

Einzig das Shopping habe ich komplett eingestellt. Ich hatte wirklich genug Kleidung ;-).

Dennoch habe ich so aufgehört mir ständig einen Kaffee mitzunehmen, habe begonnen mir für mittags mein Lunch mitzubringen und das auswärts Essen am Abend auf ein Minimum reduziert.

Außerdem habe ich alle Verträge gekündigt, die ich nicht wirklich dringend brauchte. (Darunter fiel übrigens auch meine Wohnung, denn ohne gesichertes Einkommen war sie eindeutig zu teuer. Heute wohne ich in einer nur noch halb so großen Wohnung und zahle nichtmal mehr die Hälfte an Miete)

Anschließend sah meine Rechnung so aus und ich konnte jeden Monat 1.500€ für meinen Neustart auf die Seite legen.

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Schritt 2: verkaufe, was Du nicht brauchst

Im nächsten Schritt begann ich alle meine Sachen aufzuräumen und auszusortieren. Alles, was ich nicht zwingend brauchte, kam weg oder wurde über Momox oder Ebay verkauft. Hochwertige Kleidung gab ich in den Second Hand Laden.

So kamen noch einmal 5.000€ zusammen


Zugegeben, es war nicht ganz einfach, sich von so vielen Dingen zu trennen. Schließlich hatte ich sie einmal haben wollen und an vielen hing auch mein Herz. Doch ich wusste, dass meine neue Wohnung viel kleiner sein würde und somit viele Dinge einfach niemals hinein gepasst hätten. Und ich wusste, dass jeder zusätzliche Euro auf dem Konto meinen Neustart leichter machen würde.


Schritt 3: Steuererklärung machen

Anschließend habe ich mich hingesetzt und endlich mal die Steuererklärung nachgeholt. Die hatte ich schon ewig vor mir hergeschoben. Nun wurde es endlich Zeit, mit mein Geld vom Finanzamt zurückzuholen.

So wanderten weitere 6.000€ auf mein Konto.


Schritt 4: Ersparnisse auflösen

In meinen vorherigen Jobs hatte ich Vermögenswirksame Leistungen und dann und wann Mitarbeiteraktien erhalten. Die einen lagen unbeachtet in irgendeinem Depot herum. Von den VL wurden über viele Jahre Anteile eines Aktienfonds gekauft. Auch sie habe ich nie wirklich auf dem Schirm gehabt. Die jährliche Aufstellung wanderte in einen Ordner und das wars.


Mein Glück in dem Fall war, dass sowohl die Aktien, als auch die Fonds zum Zeitpunkt meiner Kündigung extrem gut notierten und in Summe viel mehr wert waren, als ich gedacht hatte.

Also habe ich die Chance genutzt und alles verkauft. Auf meinem Sparbuch und ohne weiteren Kursschwankungen ausgesetzt zu sein, war das Geld für meine Auszeit eindeutig besser aufgehoben.

Außerdem habe ich dabei auch gleich noch ein altes Mietkautionssparbuch aufgelöst, auf dem sich auch noch Geld befand.

In Summe kamen so die restlichen 11.500€ zusammen.


Meine Tipps für Dich

Wie ich ja bereits zu Beginn sagte, hatte ich natürlich den Luxus, einen wirklich guten Job zu haben. Das hat das Sparen für mich natürlich wirklich deutlich erleichtert.Das bedeutet jedoch nicht, dass es für Dich unmöglich ist, so viel Geld auf die Seite zu legen. Du wirst vielleicht länger brauchen; machbar ist es aber allemal.


Folgende Checkliste soll Dich dabei unterstützen:

  • Reduziere Deine monatlichen Kosten

    • Erfasse zuerst alle Ausgaben nach Kategorien

    • Bedenke auch solche Zahlungen, die nur jährlich oder quartalsweise anfallen und rechne sie in monatliche Zahlungen um

    • Wenn Du keinen wirklichen Überblick hast, führe für eine Weile eine Liste, bis Du sicher weißt, wo Dein Geld hingeht

    • Überlege Dir, welche Kosten Du wie weit reduzieren kannst, ohne Deine Lebensqualität zu weit einzuschränken

  • Stelle ein Budget auf und halte Dich dran

    • Erstelle Dir ein Budget für Deine Ausgaben. Plane für jeden Bereich einen Betrag ein, den Du monatlich zur Verfügung hast und halte Dich dran

    • Plane auch unregelmäßige Ausgaben z.B. für Geschenke und Urlaub in Dein Budget ein

    • Da das Leben nicht zu 100% planbar ist, empfehle ich Dir unbedingt einen Puffer-Betrag für unerwartete Ausgaben einzuplanen

  • Sortiere Dein Hab und Gut

    • Entsorge oder spende alles, was Du nicht mehr benötigst

    • Verkaufe alles, wofür Du noch etwas erzielen kannst. Auch kleinste Beträge summieren sich; ich z.B. habe allein durch den Verkauf alter Bücher und CDs fast 500€ zusammen bekommen, obwohl jede(s) von ihnen nur 0,50-5,00€ einbrachte

    • Lasse keine neuen Dinge in Dein Leben, wenn Du sie nicht unbedingt brauchst

  • Ordne Deine Unterlagen und Finanzen

    • Mach Deine Steuererklärung, falls sie noch offen ist

    • Sieh sämtliche Bankunterlagen durch, ob und wo sich noch Ersparnisse befinden. Unterliegen die Beträge, die Du für Dein Ziel benötigst etwaigen Wertschwankungen, verkaufe sie, um Planungssicherheit zu haben (Aber Achtung: ich habe auch nicht alles verkauft, sondern nur das Geld locker gemacht, was mir meinen Plan finanzieren sollte!)

    • Wenn Du ein „Geld-in-den-Ecken“-Verstecker bist, räume alle Verstecke aus. Du wirst Dich wundern, was Du da noch findest


 

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2015 hatte ich ein klares Ziel: ich wollte meinen Job kündigen und auf Reisen gehen. Heute zeige ich Dir in aller Offenheit, wie ich meine Finanzen für diese Auszeit geordnet und in nur 5 Monaten 30.000€ gespart habe. Und ich gebe Dir Tipps, wie auch Du Deine Finanzen für eine Auszeit, die Weltreise oder den Jobwechsel ordnest. #geld #finanzen #auszeit #sparen