Wie Du Deine Finanzen in 2019 endlich in den Griff bekommst

Geht es Dir auch so, dass Du tief in Dir drin genau weißt, dass es endlich mal Zeit wäre, Deine Finanzen in den Griff zu bekommen?

Dass es aufhört, dass Du

  • am 20. des Monats kein Geld mehr auf dem Konto hast

  • Du verzweifelt hoffst, dass die Waschmaschine noch ne Weile durchhält, weil Du grade kein Geld für ne neue hast

  • Dich fragst, wie zum Teufel sich Deine Freunde das alles leisten können, ohne wirklich besser zu verdienen als Du

  • keine wirkliche Ahnung hast, wo Dein Geld eigentlich bleibt bzw. hingeht

Und trotzdem ist es ein wenig so, wie mit dem Zahnarzt: obwohl Du weißt, dass es von alleine nicht besser wird, gehst Du erst hin, wenn Du Schmerzen hast.

Die Vorteile davon, Deine Finanzen im Griff zu haben

Das verstehe ich vollkommen. Nur, weil ich mich auskenne, heißt das nicht, dass ich immer und zu jeder Zeit meine Geldsachen in Ordnung habe. Keinesfalls. Auch ich schiebe manchmal Dinge vor mir her. Kommt vor.

Ich strebe aber an, dass das nie allzu lange dauert. Denn ich halte es für einen unbedingt erstrebenswerten Zustand, seine Finanzen im Griff zu haben!

Denn wenn Du einmal eine vernünftige Ordnung reingebracht hast, werden - so meine Erfahrung - ein paar ganz wunderbare Dinge in Deinem Leben passieren:

  • Du wirst den Kopf haben für die Dinge, die Dir wirklich Spaß machen

  • Dein Selbstbewußtsein wird ins unermessliche steigen; wer die Sache mit dem Geld kann, der kann alles (echt wahr!)

  • Endlich keine Angst mehr haben, aufs Konto zu schauen (vor allem nicht gegen Ende des Monats ;-))

  • Dir die Möglichkeit schaffen, Rücklagen zu schaffen (hallo Waschmaschine!) und fürs Alter vorzusorgen (Rentenlücke - nicht mein Problem!)

  • Und Du wirst mehr Freiheit und Selbstbestimmung haben

Wenn sie das nicht lohnt, dann weiß ich auch nicht.

Fragt sich nur, wie gehst Du nun vor? Ich zeige es Dir.

Schritt 1: Dein Budget

Beginne damit, Dir einen Überblick über Deine aktuelle finanzielle Situation zu verschaffen.

Deine Vermögenswerte

Krame alle Unterlagen zum Thema raus und notiere Dir, welche Konten und Verträge Du eigentlich hast. Schlummert da vielleicht irgendwo noch ein Sparbuch, das Du vergessen hast? Oder hat Dein Papa vor 100 Jahren mal diesen Bausparvertrag für Dich abgeschlossen? Und - ganz wichtig - gibt es Dinge, die Du noch abbezahlst? Eine Wohnung? Ein Auto? Die Waschmaschine? Ist Dein Konto vielleicht überzogen?

Notiere Dir alles auf einen Zettel, den Du in 2 Spalten teilst. Links Dein Vermögen, rechts die Schulden.

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Deine Einnahmen und Ausgaben

Im zweiten Schritt willst Du Dir ansehen, was monatlich reinkommt und rausgeht. Die Einnahmen sind meistens schnell erfasst. Die Ausgaben sind da schon ein wenig aufwändiger.

Viele würden Dir an dieser Stelle raten, ein Haushaltsbuch zu führen. Ich nicht, denn aus meiner Erfahrung weiß ich, dass das eh die wenigsten durchhalten. (Und wenn Du dazu gehörst, dann hast Du meine ganze Bewunderung!).

Schnapp Dir daher die Kontoauszüge der letzten 3 Monate und gehe diese durch. Meist kannst Du so schon recht gut ablesen, wo Dein Geld hingeht.

Auch dies notierst Du Dir wieder auf einem Zettel: links die Einnahmen, rechts die Ausgaben.

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Einsparpotenziale finden

Üblicherweise bekommen viele an dieser Stelle einen ziemlichen Schock, wenn sie schwarz auf weiß sehen, wo ihr Geld hingeht. (“Waaaas, ich gebe 200€ im Monat für XYZ aus. Herrje!”) Geht es Dir genauso, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Deine Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen und nach Einsparpotenzialen zu suchen.

Mein Tipp: Hinterfrage dabei insbesondere diese Punkte

  • Überprüfe Deine Verträge, ob Du sie entweder kündigen solltest, oder zu einem günstigen Anbieter wechseln. Das meiste Potenzial findest sich z.B. in Deinen Verträgen für Strom, Telefon und Auto und die meisten überflüssigen Verträge sind sicher Zeitschriftenabos und die Mitgliedschaft im Fitnessstudio, in das Du nie gehst ;-)

  • Sind Deine Versicherungen ok so, wie sie sind oder bist Du vielleicht überversichert?

  • Wie sieht es mit Deinen Ausgaben für Lebensmittel aus? Kaufst Du vernünftig ein? Oder schmeißt Du viel zu viele Lebensmittel weg? Statistiken zufolge, wirft jeder deutsche Haushalt ⅓ seiner Lebensmittel weg. Vermeidest Du genau das, sparst Du eine Menge Geld, ganz ohne Dich einschränken zu müssen.

  • Überdenke Dein Ausgabeverhalten. Kaufst Du gerne möglichst preiswert ein und ärgerst Dich hinterher oft über die Qualität? Z.B. weil das Fast Fashion-T-Shirt schon nach der ersten Wäsche nicht mehr tragbar ist? Oder weil das 15€-Make-up aus der Drogerie doch nichts taugt und Du nur wenige Wochen später ein neues kaufst? Meiner Erfahrung nach führt der Fokus auf Qualität statt Quantität bei den allermeisten von uns dazu, dass sie auf mittlere bis längere Sicht Geld sparen. Und das, obwohl sie zuerst vermeintlich deutlich mehr Geld ausgeben.


Schritt 2: Zahle etwaige Schulden zurück

Wenn Du mir schon ein wenig folgst, wirst Du wissen, dass ich kein Freund von strikter Sparsamkeit bin, sondern darauf setze, meine Ausgaben möglichst so zu gestalten, dass ich heute schon gut leben kann und trotzdem noch genug übrig habe, um vorsorgen.

Dies gilt jedoch nicht, wenn Du Schulden hast! Und damit meine ich nicht unbedingt die Schulden für das Haus oder die Eigentumswohnung. Sondern die berühmt berüchtigten Konsumschulden, die entstanden sind, weil Du Dein Auto finanziert oder den neuen Fernsehen auf Pump gekauft hast.

Diese Schulden willst Du schnellstmöglich loswerden. Mache daher die Rückzahlung zu Deiner obersten Priorität und spare, wo Du nur kannst, um schnellstmöglich neu starten zu können (ohne Schulden).

Warum Du Deine Schulden zurückzahlen solltest

Schulden sind übrigens nicht per se etwas ganz schlimmes und furchtbares. Das Problem ist jedoch, dass Ratenzahlungen Dir vorgaukeln, dass Du Dir die Dinge ganz locker leisten kannst: Der Fernseher kostet bloß 15€ im Monat. Der neue PC 35€. Das Auto schlägt mit 135€ zu Buche usw.

Jeder Betrag für sich genommen ist wirklich kein Drama. Doch in Summe sind es dann schnell mal 200 (oder mehr) im Monat. Diesen Betrag kannst Du dann aber nicht sparen. Heißt: im schlimmsten Fall stehst Du komplett ohne Rücklagen da.

Wenn nun eine weitere ungeplante Ausgabe hinzu kommt (die viel zitiere Waschmaschine z.B.), fehlt Dir das Geld, sie zu ersetzen. Du hast weder eine Rücklage, noch kannst Du weitere monatliche Raten abzahlen.

Und bevor Du Dich versiehst, bist Du in der Schuldenfalle gelandet…

Schulden zurückzahlen - so gehst Du vor

Überlege Dir also zuerst, wo kannst Du Geld einsparen und dafür verwenden, Deine Schulden zu reduzieren.

Anschließend überlege Dir, wie Du das Geld optimal für die Rückzahlung der Schulden einsetzt. Stelle also einen Tilgungsplan auf und - ganz wichtig - dann halte Dich dran. So lange, bis alle Schulden weg sind.

Schritt 3: Baue Dir einen Notgroschen auf

Wenn Du keine Schulden hast, bzw. sobald Deine Schulden zurückgezahlt sind, willst Du Dir ein Polster für den Notfall schaffen.

Dieser Puffer (ich nenne es gerne Dein Scheiß-drauf-Polster) sorgt dafür, dass Du so viel auf der hohen Kante habst, dass - egal was schlimmes in Deinem Leben passiert - Du weiterhin ruhig schlafen kannst.

Es erlaubt Dir z.B., den unerträglichen Job zu kündigen, wenn Dir danach ist, eine Trennung unbeschadet zu überstehen oder aber auch ein Sabatical zu nehmen, wenn Du willst.

Da das alles nicht unbedingt kleine Ausgaben sind, solltest Du von Deinem Notgroschen

  • Mindestens 3, besser noch 6 Monate leben könntest, selbst wenn Du keinerlei Einkünfte hast.

  • Das Geld sollte Dir jederzeit auf einem Tagesgeldkonto oder Sparbuch zur Verfügung stehen und - ganz wichtig -

  • Dir wirklich ganz alleine gehören (ein Notgroschen gehört nicht aufs Gemeinschaftskonto!).

Mach die Höhe auch immer ein wenig von Deinen Lebenskosten abhängig. Musst Du im Zweifel die Rate für ein Haus alleine zahlen können, sollte Dein Puffer größer sein, als wenn Du nur die Miete für eine günstige Wohnung aufbringen musst.

Schritt 4: automatisiere Deine Finanzen

An dieser Stelle kannst Du kurz durchatmen. Wenn Du einen Überblick über Dein Vermögen, sowie Deine Einnamen und Ausgaben hast, deine etwaigen Schulden zurückgezahlt und Dein Scheiß-drauf-Polster aufgebaut, hast Du schon richtig was geschafft!

Doch vermutlich war es eine Menge Arbeit bis hierhin. Damit Du zukünftig weniger Zeit mit Deinen Finanzen verbringen musst, möchte ich Dir kurz eine Methode vorstellen, wie Du Deine Finanzen automatisieren kannst. So fließt Dein Geld automatisch in die richtigen Töpfe, ohne dass Du großartig etwas dafür tun musst.

Richte Dir hierfür einfach mehrere Konten ein. Z.B. ein Konto für Deine Lebenshaltungskosten, ein Konto für kurzfristigere Sparziele (z.B. den nächsten Urlaub), ein Konto für langfristige Sparziele (z.B. die Altervorsorge) usw.

Welche und wie viele Konten Du nutzt/brauchst, kannst Du alleine entscheiden. Ich nutze z.B. eine (leicht abgewandelte Form) des 6-Konten-Modells von T. Harv Eker.

Wichtig ist folgendes: sobald Deine Einnahmen auf Deinem Konto eingehen, willst Du die entsprechenden Sparbeträge mittels Dauerauftrag direkt und automatisch auf die entsprechenden Konten verteilen.

Die Vorteile von automatisierten Finanzen

So landet das Geld gleich dort, wo Du es haben willst und Du kommst gar nicht erst in die Versuchung, sinnlos shoppen zu gehen, weil plötzlich noch viel mehr Geld auf Deinem Konto ist, als Du erwartet hast ;-).

Wenn Du das Geld gleich zum Monatsanfang weg legst, statt z.B. den “Rest” erst am Monatsende zu sparen, erhöhst Du Deine Chancen deutlich, dass Du auch wirklich sparst. Denn, glaube mir, es ist viel schwieriger, das Geld von einem Konto wieder runterzunehmen, als gar nicht draufzutun.

Schritt 5: Kümmere Dich um Deine Altersvorsorge

Ja, ich weiß, die Rente ist im Zweifel noch weit weit weg. Und der Impuls, sich “irgendwann einmal darum zu kümmern” stark. Vielleicht denkst Du ja auch, dass Du eh nicht genug zurücklegen kannst, dass es sich lohnt?

In diesem Artikel habe ich Dir einmal vorgerechnet, warum Aufschieberitis der größte Feind beim Vermögensaufbau ist und warum die Zeit Dir mehr hilft, als der Betrag, den Du sparst.

Fange daher besser heute als morgen an, Dich mit dem Thema zu befassen. Ja, ich weiß, das ist ein riesen Berg und die große Auswahl an Finanzprodukten und die vielen verschiedenen Tipps, die Du hörst, sind maximal verwirrend. Jeder scheint eine (andere) Meinung zu dem Thema zu haben und gleichzeitig genau zu wissen, was richtig ist.

Nur Du nicht.

Deine Finanzbildung ist die beste Investition

Mein Tipp: Investiere in Deine Finanzbildung. Und zwar so lange, bis Du genug Wissen hast, Deine eigenen fundierten Entscheidungen treffen zu können. Das ist - auch wenn es heute vielleicht erstmal eine hohe Investition bedeutet - allemal günstiger, als am Ende mit einem Vertrag dazustehen, der nicht zu Dir passt (und 3x höhere Gebühren kostet).

Von mir wirst Du hier übrigens niemals hören, dass Du dieser oder jener Anlagestrategie folgen sollst, weil nur das der richtige Weg ist. Der Weg sieht für jede von uns ein wenig anders aus. Das A und O ist es also, dass ich Dir zeige, wie Du Deinen Weg finden kannst und Dir nicht blind das empfehle, was ich mache (und damit natürlich auch in gewisser Hinsicht für richtig halte).

Schritt 6: überprüfe Deine Einnnahmen

Nun haben wir bis hierhin ziemlich viel übers Sparen gesprochen. Doch mehr Geld hast Du natürlich nicht nur im Portemonnaie, wenn Du weniger ausgibst, sondern auch, wenn mehr reinkommt.

So logisch und doch ist dies ein Aspekt, der bei Gesprächen über die gerne mal übersehen wird.

Überprüfe daher Deine aktuellen Einnahmen ehrlich und kritisch. Könntest Du vielleicht mehr verdienen, wenn Du Dich endlich mal überwinden würdest, die schon lange anstehende Gehaltsverhandlung mit Deinem Chef zu führen? Oder ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, Dir einen anderen Job zu suchen (was Du ja insgeheim eh schon lange vor hattest?)?.

Klar, so eine Überprüfung kann Dich auch zu der Erkenntnis bringen, dass an Deiner aktuellen Einnahmensituation nichts zu machen ist. Dann ist das halt so. Nicht immer kann jede von uns “einfach so” irgendwelche Optimierungen vornehmen.

Ich möchte Dich an dieser Stelle nur bitten, einmal drüber nachzudenken, ob es da nicht doch etwas gibt. Vielleicht kannst Du ja auch mehr einnehmen durch eine Erhöhung Deiner Arbeitszeit oder indem Du die (nebenberufliche) Selbstständigkeit endlich angehst, von der Du schon ne Weile heimlich träumst.

Schritt 7: belohne Dich

Und last but not least kommen wir nun zu meinem Lieblingsschritt: der Belohnung.

Deine Finanzen in Ordnung zu bringen, ist - je nachdem von wo aus Du startest - echt verdammt harte Arbeit. Und die will, so finde ich zumindest, belohnt werden.

Mein Tipp: Setz Dir Meilensteine und belohne Dich dafür. Und passe diese Belohnung an Deine finanziellen Ziele an: Je größer das Ziel, desto größer die Belohnung. Du glaubst gar nicht, wie begeistert Du sparen kannst, wenn am Ende (z.B. wenn Dein Scheiß-drauf-Polster aufgebaut ist) die Designerhandtasche auf Dich wartet, von der Du schon so lange geträumt hast. Oder die tolle Reise. Oder. Oder. Oder.

Alles, was Du dafür tun musst, ist anzufangen.

 

Pin mich:

Einen Überblick über Deine Finanzen zu erlangen und sie endlich in den Griff zu bekommen ist kein Hexenwerk, sondern in 7 einfachen Schritten machbar. Ich zeige Dir wie. Ordne Deine Finanzen und zahle Deine Schulden zurück. Baue Dir einen Notgroschen auf, spare fürs Alter und lege Dein Geld sinnvoll an. #sparen #finanzen #altersvorsorge #geld