Die 5 großen Börsencrashs und was Du daraus lernen kannst

Börsencrashs gab es schon immer. Und genauso, wie die Kurse im Anschluss immer wieder steigen, wird auch die Zukunft nicht frei von Krisen sein. Für Deine Anlage bedeutet das natürlich auch, dass die Kurse schwanken - ein Aktienportfolio ist nunmal kein Sparbuch. Was Du aus den Krisen der Vergangenheit lernen kannst und welche Fehler Du vermeiden solltest, erfährst Du in diesem Artikel.

In einer Zeit, wo es an der Börse gerade so richtig gut läuft, scheint eine Krise unvorstellbar und weit, weit weg. Doch kommen wir sie sicher. Die Frage ist nur wann.

Und plötzlich werden aus den schönen grünen Zahlen in Deinem Depot dicke rote.

Ich will Dir jetzt keine Panik machen, doch genauso wenig sinnvoll ist es, die Möglichkeit einer Krise komplett zu ignorieren. Ganz im Gegenteil: denn es ist wichtig zu wissen, was bei einer Krise eigentlich passiert und wie Du Dich richtig verhältst.

Denn Deine Investments überstürzt zu verkaufen, weil Du in der Krise kalte Füße bekommst, ist sicherlich das dümmste, was Du tun kannst.

Doch wie geht es besser? Indem wir einmal auf die 5 großen Börsencrashs der Vergangenheit blicken und schauen, welche Verhaltensweisen uns damals geholfen hätten - und damit ideal sind, uns auch bestmöglich auf kommende Krisen vorzubereiten.

1 | Die Tulpenzwiebelkrise

Die Tulpenzwiebelkrise im 17. Jahrhundert in den Niederlanden ist quasi die erste Finanzkrise der Welt und erscheint aus heutiger Sicht schon fast ulkig. Denn damals begann das, wofür die Niederlande heute so berühmt sind: die Tulpen kamen in Mode. Genauer gesagt die Tulpenzwiebeln, die damals noch aus dem orientalischen Raum importiert werden mussten.

Das Angebot war daher limitiert, doch die Nachfrage wuchs rasant. Und zwar schneller, als der Bedarf gedeckt werden konnte. Was passierte also? Die Preise stiegen und stiegen.

Um 1636 zahlte man für eine einzige Tulpenzwiebel einen Preis von einem Wagen, zwei grauen Pferden und einem vollständigen Geschirr. Ein vollkommen überzogener Preis; vor allem, wenn man bedenkt, was diese Dinge damals wert waren.

Doch so absurd es auch klingen mag: in Hochzeiten konnte sich keiner vorstellen, dass der Wert einer Tulpenzwiebel jemals wieder fallen würde. Wenn Tulpenzwiebeln in Holland so beliebt geworden waren, dann würde doch sicher bald die ganze Welt welche ordern wollen und jeder, der welche besaß, steinreich werden können.

(Heute würde man sagen, es war jede Menge Phantasie im Markt; gemeint ist damit ein extrem positiver Blick auf die Zukunft.)

Zunächst sah es auch so aus, als sollten die Menschen mit ihrer Erwartung recht behalten. Die Preise stiegen und stiegen und nach und nach liquidierten alle ihre sonstigen Vermögen, um alles in Tulpenzwiebeln zu investieren. Sogar auf Kredit wurden sie gekauft.

Doch 1637 war es vorbei mit der Euphorie. Die ersten Investoren bekamen kalte Füße und trennten sich von ihren Zwiebeln. Nach und nach sahen dies immer mehr Menschen und dachten sich: “Wenn die schon aussteigen, dann mache ich das mal besser auch.”

Und so wurden aus zuerst wenigen Verkäufen eine regelrechte Panik. Alle wollten nun ihre Tulpenzwiebeln verkaufen. Das Angebot war deutlich größer als die Nachfrage und die Preise fielen und fielen.

Gerade die Anleger, die auf Kredit gekauft haben, standen nun vor dem Nichts. Doch auch alle anderen traf die Krise hart und die Niederlande mussten im Anschluss eine dicke Rezession überstehen.

2 | Die Weltwirtschaftskrise 1929

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es in den USA zum ersten Aktienboom. Was 1924 langsam begann, nahm in den Folgejahren zunehmend an Fahrt auf. Und ab 1928 waren die US-Bürger schier angefixt. Alle wollten beim Aktienboom dabei sein und das schnelle Geld machen.

Und so wurden die Aktien bald nicht mehr nur von dem Geld gekauft, was die Leute besaßen, sondern zunehmend auch auf Pump. Schließlich ging es immer weiter nach oben. Was konnte da schon passieren? Und so ist es auch kein Wunder, dass es an der Wall Street teilweise zu regelrechten Kämpfen um bestimmte Aktien kam.

Aufgrund der hohen Nachfrage stiegen übrigens nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die Zinsen für Kredite. Die Banken hatten einen neuen Markt gewittert: sie liehen sich das Geld für 5% bei der Notenbank und verliehen es deutlich teurer weiter. Der Witz: für die Kunden schien das immer noch ein super Geschäft, denn die Aktienkurse stiegen deutlich schneller, als die Kredite teurer wurden.

Doch dann kam das dicke Ende: die reale Wirtschaftsleistung der USA nahm in 1929 langsam ab und nur wenig später kam es zum bekannten Black Friday an der Wall Street. In dem - oft vergeblichen - Versuch, zu retten, was zu retten ist, verkauften die Menschen in totaler Panik ihre Aktien. Egal wie, nur weg damit.

Wie schon bei der Tulpenkrise waren auch hier die Menschen besonders gestraft, die ihre Aktien auf Pump gekauft hatten. Und das waren nicht wenige. Denn die Banken hatten völlig ungebremst Kredite vergeben und schlitterten nun selber in die Insolvenz.

Die Weltwirtschaftskrise begann.

3 | Die Japankrise 1991

Eigentlich sollte man meinen, dass die Menschen spätestens aus der Weltwirtschaftskrise 1929 doch gelernt haben sollten. Die damalige Krise war nicht nur extrem schmerzhaft, doch sie folgte auch denselben Regeln wie schon die Tulpenzwiebelkrise.

Doch Pustekuch:

Denn in den 1980er Jahren kam es in Japan zu einer gigantischen Wirtschafts-, Immobilien- und Aktienblase. Und die begann mit einer Lockerung der Kreditvergabe in den 80er Jahren, durch die eine Menge frisches Geld in die Immobilien- und Aktienmärkte floss.

Und so stiegen die Kurse japanischer Unternehmen immer höher und immer schneller. 1990 betrug die Marktkapitalisierung (also der gesamte Börsenwert) aller japanischen Unternehmen das dreifache der amerikanischen Aktienwerte. Und dass, wo die Wirtschaftskraft, also das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans nur halb so hoch war wie das der USA.

Doch nicht nur die Aktienkurse stiegen: auch die Immobilienpreise explodierten. Teilweise stiegen sie zwischen 1985 und 1990 um das vierfache!

Dann griff die japanische Zentralbank ein, die die Entwicklung bremsen wollte. Also erhöhte sie die Zinsen und sorgte damit dafür, dass zuerst die Immobilienblase platzte und im Anschluss auch die Aktienkurse einbrachen.

Insgesamt verlor der japanische Aktienindex Nikkei über 40% in einem Jahr und Japan versank in einer 20 Jahre dauernden Wirtschaftskrise.

Das Allzeithoch aus Dezember 1989 hat der Nikkei übrigens bis heute nicht wieder erreicht.

4 | Die Tocom-Krise 2000

Die Japankrise war noch nicht ganz verdaut, da sorgter der Internet- und Mobilfunk-Boom Ende der 1990er Jahre für die nächste Kursralley an den Börsen.

Unzählige Start-Ups gingen an die Börse und wurden getragen von den hohen Erwartungen, die Internet und Mobilfunk boten. Der Branche wurde eine enorme Zukunft zugesprochen und das Thema beherrschte die Medien.

So kamen erstmals auch ganz neue Aktieninvestoren hinzu. Jeder wollte dabei sein und auch mitverdienen.

Das Problem war jedoch: während die Branche sicherlich viel Zukunft hatte, traf das sicherlich nicht auf jedes Unternehmen zu. Viele dieser Start-Ups waren extrem jung und von soliden wirtschaftlichen Verhältnissen meilenweit entfernt. Und dennoch schienen sie alle eine wunderbare Zukunft zu haben.

Und genau deshalb wollte jeder ihre Aktien kaufen.

Und wieder passierte, was auch schon in den Krisen davor passiert war: irgendwann konnten die völlig überzogenen Erwartungen nicht mehr erfüllt werden. Es kam zu ersten Insolvenzen und nur wenig später brach der Markt zusammen.

Viele Anleger verloren ihr Geld; einige - gerade neue Aktieninvestoren - sogar jegliches Vertrauen in den Markt.

5 | Die Finanzkrise 2008

Doch gelernt hatte dennoch niemand. Denn schon wenige Jahre später kam es zur nächsten Krise. Diesmal allerdings waren vor allem die Banken in den USA dafür verantwortlich. Denn die änderten zu Beginn der 2000er Jahre ihre Vorgehensweise bei der Vergabe von Immobilienkrediten. Hatten sie früher “einfach nur” Geld verliehen, nahmen sie nun diese Kredite, bündelten sie und verkauften sie an die Investmentbanken weiter.

Weil die Kredite nicht einzeln verkauft, sondern in Paketen gebündelt wurden, sank so das Risiko beträchtlich und die Banken achteten immer weniger auf die Kreditwürdigkeit einzelner Kreditnehmer.

Es kam wie es kommen musste: Geld für Kredite war quasi unlimitiert verfügbar und die Preise für Immobilien stiegen und stiegen. Und immer mehr Menschen machten mit, schließlich konnte man mit Immobilien doch gar nichts falsch machen, oder?

Was die Menschen nicht sahen: über 200 Jahre waren die Immobilienpreise in den USA relativ stabil geblieben. Ein derartiger Anstieg konnte also nur eine Blase sein, die durch die günstigen Kredite begünstigt wurde.

Und genau das passierte: Ab 2007 fielen die Hauspreise wieder. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern gleich um ⅔!

Und plötzlich waren die gehandelten Pakete von Immobilienkrediten doch nicht mehr so sicher wie gedacht: Schuldner um Schuldner konnte die Raten nicht mehr zahlen und die Banken mussten feststellen, dass sie wertlose Pakete auf der Bilanz hatten.

Das Ende vom Lied: Lehman Brothers ging pleite und viele Staaten mussten ihren Banken helfend unter die Arme greifen.

Gesunde Staaten, wie Deutschland, haben das problemlos hinbekommen. Finanziell knappere Staaten hingegen, hatten bald Probleme sich an den internationalen Finanzmärkten Geld zu leihen (z.B. Griechenland). Und so kam zur Finanzkrise gleich noch die Eurokrise hinzu.

Was alle Finanzkrise gemeinsam haben

In allen 5 genannten Fällen kam es zu einem Missverhältnis von Angebot und Nachfrage. Entweder weil zu viel Phantasie im Markt war, oder aber weil externe Faktoren dazu geführt haben. Kommt dann noch eine quasi ungebremste Kreditvergabe hinzu, gehen die Kurse noch stärker ab.

Stellt sich natürlich die Frage: Ist die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt in Deutschland auch schon wieder eine Blase? Die Kredite kosten quasi nichts und die Preise für Immobilien steigen seit Jahren. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Es ist also gut möglich, dass wir schon wieder kurz vor der nächsten Krise stehen. Vielleicht ist dies aber auch erst der Anfang. Vielleicht auch gar nichts davon.

Das gemeine an Krisen ist nämlich: im Rückblick sind sie klar erkennbar. Mittendrin ist es schwer zu sagen, ob und wenn ja wie stark eine Krise wird.

Wichtiger als die Frage, ob und wann es zur nächsten Krise kommt, ist daher, sich generell richtiges Verhalten an der Börse anzugewöhnen. Denn die Krise wirst Du nicht vermeiden können. Verhältst Du Dich allerdings richtig, werden die Auswirkungen deutlich weniger schlimm sein.

Daher hier meine besten Tipps:

1 | Finger weg von Stop-Loss-Ordern

Die Idee von Stop-Loss-Ordern ist es, einen Kurs festzulegen, bei dem Du sicher verkaufen willst. In Zeiten fallender Kurse kannst Du so also Deine Verluste theoretisch begrenzen.

Das Problem an der Sache: In Zeiten schwankender Kurse (und zu denen kann es immer mal kommen - auch ohne Krise) läufst Du Gefahr, so aus Versehen Deine Investments zu verkaufen und unnötig einen Verlust zu realisieren.

Wenn Du, wie ich es Dir auch wärmstens ans Herz lege, mit einer buy-and-hold-Strategie investierst - Du Deine Investments als langfristig tätigst - gibt es keinen Grund, in einer Krise auszusteigen. Und weil Du eben nicht panisch verkaufen willst, gibt es auch keinen Grund, Stop-Loss-Orders zu setzen.

2 | Versuche nicht, den Markt schlagen zu wollen

Langfristige Investments arbeiten MIT dem Markt. Das heißt, Du willst am allgemeinen Marktwachstum partizipieren und versuchst nicht, den Markt zu schlagen.

Natürlich gibt es immer irgendwelche Unternehmen oder Märkte, die sich überdurchschnittlich gut entwickeln. Und natürlich ist es verlockend, da dabei sein zu wollen. Jeder hätte lieber 50% statt 5% Rendite.

Das Problem an der Sache: niemand kann dauerhaft den Markt schlagen. Früher oder später wirst Du damit auf die Nase fallen.

Besser ist es daher, genau das nicht zu versuchen, sondern stattdessen auf eine solide, langfristige Strategie zu setzen. Unterm Strich wirst Du damit aller Wahrscheinlichkeit nach ohnehin eine höhere Rendite erzielen. Denn die meisten schaffen es vielleicht mal kurz besser zu sein als der Markt, langfristig erzielen sie jedoch deutlich schlechtere Renditen.

Und wenn Du es gar nicht lassen kannst, dann empfehle ich Dir folgenden Kompromiss: Lege den Großteil Deines Geldes solide an und erlaube Dir eine kleines “Spielgeldkonto”, mit dem Du rumzocken kannst.

3 | Aus Angst vor einer Krise gar nicht erst mit dem Investieren beginnen

Der größte Fehler ist gar nichts zu tun. Denn liegt Dein Geld nur auf dem Tagesgeldkonto rum, verlierst Du ganz sicher. Denn bei den Zinsen, die Du momentan bekommst (nämlich keinen) frisst die Inflation Dein Erspartes nach und nach einfach auf.

In Deutschland lag die Inflation in den letzten 40 Jahren bei durchschnittlich 2,2% im Jahr. Lässt Du also Dein Geld auf dem Tagesgeldkonto mit 0,1% Zinsen liegen, wird es jedes Jahr 2,1% weniger wert. In einem Jahr mag das nicht viel sein; in 30 Jahren werden daraus aber 37%. Heißt: wenn Du heute 10.000€ auf dem Tagesgeldkonto “versauern” lässt, kannst Du Dir in 30 Jahren davon gerade einmal Dinge im Gegenwert von 6.300€ kaufen.

Egal wie Du es drehst und wendest: in der heutigen Zeit kommst Du an der Börse einfach nicht vorbei, wenn Du Dein Geld sinnvoll vermehren willst. Daher rate ich Dir unbedingt dazu, Dich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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Börsencrashs gab es schon immer. Und genauso, wie die Kurse im Anschluss immer wieder steigen, wird auch die Zukunft nicht frei von Krisen sein. Für Deine Anlage bedeutet das natürlich auch, dass die Kurse schwanken - ein Aktienportfolio ist nunmal kein Sparbuch. Was Du aus den Krisen der Vergangenheit lernen kannst und welche Fehler Du vermeiden solltest, erfährst Du in diesem Artikel. #boerse #geld #investieren #etf #finanzen