Die 7 goldenen Regeln der Geldanlage

Geldanlage ist ein komplexes und kompliziertes Thema. Gerade der Aktienmarkt ist für Anfänger schwer zu durchschauen. Dennoch: wer die 7 goldenen Regeln der Geldanlage beachtet, vermeidet schwerwiegende Fehler und ist gut gewappnet für Anlageerfolge an der Börse.


In Zeiten, in denen die Börsenkurse stetig steigen ist anlegen einfach. Denn dort wo es immer nach oben geht, läuft es für jeden gut.

Anders sieht es aus, wenn eine schlechte Börsenphase für miese Kurse beim eigentlich strategisch gut gewählten Investment sorgt. Denn dann schaltet sich schnell der Bauch mit einem miesen Gefühl ein.

“Sollte ich vielleicht doch verkaufen?”

“Mache ich wirklich das Richtige?”

“Wäre es nicht doch schlauer gewesen, das Geld aufs Tagesgeldkonto zu legen, statt an der Börse zu verzocken?”

Schnell läuft man in so einer Situation Gefahr, überstürzt zu handeln und von der gewählten Strategie abzuweisen.

Und somit genau das zu tun, was man nicht tun sollte.

Vermeiden kannst Du solche Situationen nur, wenn Du die wesentlichen Regeln kennst, die Du für erfolgreiches investieren beachten solltest. Der bekannte Finanzautor Larry Swedroe hat einmal seine 7 goldenen Regeln für die Geldanlage notiert, die sich auch mit meinen Erfahrungen decken und die ich Dir heute vorstellen möchte.

Beachtest Du sie, stehen Deine Chancen gut, an der Börse erfolgreich zu investieren.


1. Verstehe die Risiken, die Du eingehst, BEVOR Du investierst

Wer sein Kapital erfolgreich vermehren will, muss gewisse Risiken eingehen. Ohne geht es nicht, denn Risiko und Ertrag hängen untrennbar miteinander zusammen.Und noch einen Zusammenhang gibt es: nämlich den zwischen der “Aushaltefähigkeit” in Krisen und dem Verständnis der Risiken.

Heißt also: je besser Du die Risiken verstehst, desto besser wirst Du Krisen aushalten können.

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Risiken, die in einem Depot stecken:

  1. Das Risiko, dass eine einzelne Anlage nicht wie gewünscht entwickelt

  2. Das Risiko, dass die negative Entwicklung einer Anlage auch einen Einfluss auf andere Anlagen hat (Experten sprechen hier von Korrelation der Risiken)

Um diese Risiken einschätzen zu können, solltest Du wissen:

  • Welche Auslöser dazu führen können, dass der Kurs Deiner Anlage fällt

  • Wie groß so ein Kursverlust maximal sein kann und

  • Wie häufig so ein Auslöser vermutlich auftreten wird

Da niemand von uns in die Zukunft schauen kann, wirst Du immer nur Annahmen treffen können. Am leichtesten gelingt es Dir, indem Du Dich mit der Vergangenheit beschäftigst.


2. Kenne die Geschichte des Aktienmarktes

Denn die Vergangenheit ist nicht nur die wesentlichste, sondern auch die beste Hilfe, wenn es ums Einschätzen von Risiken geht. Hier helfen Dir insbesondere die Krisen der letzten Jahre.

Sieh Dir einmal an:

  1. Welche Krisen es in den vergangenen Jahren gegeben hat

  2. Welche Faktoren Auslöser dieser Krisen waren und

  3. Welchen Einfluss das auf die Kurse hatte

Besonders die großen Krisen, bei denen die Kurse um 50% oder mehr eingebrochen sind.

Diese Anlayse hilft Dir zu verstehen, wann Krisen entstehen, wie stark die Kurse dadurch beeinflusst wurden und was Deinen geplanten Investments in einem Anlagezeitraum von 1, 3, 5, 10 und 20 Jahren hätte passieren können.

Dabei wirst Du vermutlich folgendes feststellen: auf kurze Sicht sind die möglichen Verluste durchaus drametisch. Bringst Du jedoch Geduld und Zeit mir, ist die Wahrscheinlichkeit von Verlusten sehr gering.

Oder anders ausgedrückt: je länger Dein Anlagezeitraum, desto geringer wird das Risiko, am Ende mit einem Verlust da zu stehen.

3. Ignoriere alle Prognosen von Börsengurus

Als ich anfing, an der Börse zu investieren - mitten in der Hochphase der Internetblase und des Neuen Marktes - da hießen sie Tulpenzwiebelguru (echt!) oder Superinvestor. Heute haben sie meist vertrauenserweckendere Namen, wie Müller, Maier oder Schulze.

Doch egal, wie sie heißen, sie haben alle etwas gemeinsam. Sie behaupten steif und fest, die Entwicklung des Marktes vorhersehen zu können.

Können sie nicht.

Das gilt übrigens auch für jeden anderen Berater bei Banken oder sonstwo.

Egal wie kompetent und erfahren jemand erscheint; in die Zukunft kann er oder sie trotzdem nicht sehen. Denn dann würde er oder sie vermutlich Lotto spielen und nicht mehr arbeiten müssen und demzufolge auch nicht als Guru sein Geld verdienen ;-).

Und genau aus diesem Grund kannst Du all diese Empfehlungen guten Gewissens ignorieren. Sie sind alle nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden.

Besser ist es da, wenn Du Dir die Fehler anderer Anleger einmal ansiehst und hinterfragst, wie es dazu kommen konnte. Was haben sie vielleicht falsch gemacht, was Du besser machen könntest?


4. Gehe nicht mehr Risiken ein als Du kannst, willst und musst

Ohne Risiko geht es nicht, wenn Du Dein Geld erfolgreich vermehren willst. Aber gleichzeitig musst Du auch keinesfalls all Dein Geld in hochriskante Anlagen investieren.

Die Börse ist nicht nur schwarz und weiß, sondern bietet auch viele Lösungen, bei denen Risiko und Ertrag in einem guten Verhältnis stehen.

Wenn Du also darüber nachdenkst, wie viel Risiko Du verkraften kannst, brachte immer auch:

  • Wie viel Risiko Du vertragen kannst (in Bezug auf Deine Jobsicherheit und die Anlagedauer)

  • Wie viel Risiko Du vertragen willst (in Bezug auf Deine Kursrutsch-Resistenz; denn nicht jeder kann weiterhin gut schlafen, wenn die Börse gerade im Keller ist) und

  • Wie viel Risiko Du vertragen musst (in Bezug auf die Rendite, die Du erzielen möchtest)

Beachte dabei: Deine Risikotoleranz sollte immer das letzte Wort haben. Denn wenn Du nachts nicht schlafen kannst, weil Du Dir Sorgen um Dein Geld machst, dann ist die gewählte Anlage in jedem Fall die falsche für Dich.

Übrigens: Risikotoleranz kann man lernen! Oder anders ausgedrückt: meist braucht es ein wenig Erfahrung, bis der Bauch dem Kopf in Sachen Risiko folgen kann. Dagegen hilft: klein anzufangen. Denn

  1. ist bei geringeren Beträgen das empfundene Risiko meist kleiner und

  2. zeigt sich so ganz schnell, dass es ja “so schlimm” in Wirklichkeit gar nicht ist.


5. Verstehe, dass auch gute Investment-Strategien einmal eine schlechte Performance haben können

Denn, auch wenn oft nicht darüber geredet wird: auch wirklich gute Investment-Strategien können zeitweise schlecht performen. Und mit schlecht meine ich durchaus auch richtig mies.

Schauen wir uns z.B. die Finanzkrise Ende 2008 an. In deren Folge ist der Deutsche Aktienindex (DAX) um mehr als 50% gefallen. Von rund 8.000 Punkten ging es runter bis auf knapp über 3.500 Punkte. Und auch an den anderen Börsen sah es weltweit ähnlich aus.

Hättest Du zu diesem Zeitpunkt ein breit diversifiziertes Portfolio von ETF gehabt (übrigens eine der besten Strategien, um Dein Geld erfolgreich zu vermehren), hätte das ganz schön traurig ausgesehen.

Doch bereits 4 Jahre später hatte sich die Börse von dieser Krise erholt und der DAX hatte das Niveau von vor der Krise wieder erreicht. Und da war noch nicht Schluss, denn heute notiert der DAX bereits bei 11.500 Punkten…

Was bedeutet das für Dich?

  1. Auch die besten Investments haben schwankende Kurse

  2. Schwankende Kurse brauchen Dich nicht zu interessieren, solange Du Dein Investment nicht verkaufen willst. Denn bis dahin kann sich die Anlage ja auch wieder erholen

  3. Wenn Du Dein Geld langfristig anlegst, dann miss den Erfolg oder Misserfolg nicht an kurzfristigen Kursentwicklungen, sondern ebenfalls nur langfristig


6. Minimiere die Frequenz mit der du den Stand deines Portfolios kontrollierst

Und daher lerne auch, Dein Depot so lange zu ignorieren, solange Du nicht planst, Deine Investments zu verkaufen!

Denn je häufiger Du ins Depot schaust, desto eher lässt Du Dich von täglichen Schwankungen beeinflussen und dazu verleiten, irgendeine unüberlegte Entscheidung zu treffen.

Das Problem ist nämlich psychologischer Natur: wir empfinden Erfolg nur halb so intensiv wie Misserfolg. Und genau deshalb schlagen schwankende Kurse so vielen auf den Magen.

Deshalb solltest Du Dein Depot auch nur dann sehr häufig checken, wenn Du irgendwie masochistisch veranlagt bist ;-).

Anderenfalls, lass es bleiben und versuche, es so gut es geht zu ignorieren.

Der Witz ist nämlich: diejenigen, die dazu neigen, sich gar nicht weiter mit ihren Investments zu beschäftigen, sind die erfolgreichsten Investoren.

Der Grund ist ganz einfach auf folgendes Phänomen zurückzuführen:

  • Die Börse geht langfristig immer nach oben

  • Wer nicht auf seine Investments achtet, iplant nicht nur langfristig zu investieren, sondern tut es tatsächlich

  • Daher entstehen keine Verluste durch irrationale Handlungen aufgrund von temporären Kursverlusten


7. Führe ein Investment-Tagebuch und versuche, die Entwicklung der Kurse vorherzusagen

Soweit die Theorie. Ich erlebe oft, dass diese Punkte vielen ja eigentlich klar sind, sie aber insgeheim hoffen, dass es irgendwie doch möglich ist, Kursentwicklungen vorherzusagen und besser sein zu können, als der Markt.

Gehörst Du auch zu denen?

Oder hast Du vielleicht so viel Angst vor dem Risiko, dass Du Dich nicht traust, Dein Geld an der Börse zu investieren?

In beiden Fällen ist ein Investment-Tagebuch ein gutes Mittel, um zu lernen, den Markt zu verstehen und besser einschätzen zu können. Denn spätestens nach ein paar Jahren wirst Du erkennen, dass Du weder den Markt vorhersagen kannst (und falls doch, dann schick mir bitte sofort eine Email mit den Lottozahlen der nächsten Woche), noch Dich übermäßig vor den Risiken fürchten musst.

Ganz im Gegenteil: es wird Dir dabei helfen, die Gesetze des Marktes zu verstehen und zu akzeptieren und ein wirkliches Gefühl dafür zu bekommen, welche Anlagen wirklich zu Dir passen.

Nach ein paar Jahren wirst du feststellen, dass deine Prognosen wertlos waren. Sobald diese Einsicht wirklich eingesickert ist, wird es dir leichter fallen, die Bewegungen des Marktes zu akzeptieren und einfach mitzugehen.

 
 

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Geldanlage ist ein komplexes und kompliziertes Thema. Gerade der Aktienmarkt ist für Anfänger schwer zu durchschauen. Dennoch: wer die 7 goldenen Regeln der Geldanlage beachtet, vermeidet schwerwiegende Fehler und ist gut gewappnet für Anlageerfolge an der Börse. #etf# aktien #geldanlage #finanzen