Das 6-Konten-Modell - so macht Sparen wirklich Spaß

Das 6-Konten-Modell von T. Harv Eker war meine persönliche Revolution! Damit gelang mit plötzlich das, was ich insgeheim immer wollte. Endlich war das Sparen einfach.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich verzichte ungern auf Dinge, die mir Spaß machen. Und ich finde, wer hart arbeitet, sollte sich dafür auch belohnen.

Blöd nur, wenn dann am Ende des Monats kein Geld zum Sparen mehr übrig bleibt.


So ging es mir zumindest lange Zeit. Ich wollte ja eigentlich sparen. Aber uneigentlich hat es lange nicht wirklich funktioniert. Und das lag nicht etwa daran, dass ich nicht genug Geld gehabt hätte (als Bankerin hab ich immer mehr als gut verdient). Nein; ich bin es einfach falsch angegangen.

Doch eines Tages stieß ich auf das 6-Konten-Modell und war sofort begeistert. Endlich kriegte ich das mit dem Sparen nicht nur hin; es machte mir sogar noch Spaß.

Win-win würde ich sagen!

Das 6-Konten-Modell nach T. Harv Eker

Konto 1: 50-55% für die alltäglichen Ausgaben

Das erste Konto ist für Deine regelmäßigen Ausgaben gedacht. Darunter fallen alle Fixkosten, wie z.B.

  • Miete / Immobilie

  • Nebenkosten

  • Handy / TV

  • Auto

  • Abos

  • Lebensmittel

  • Kleidung

  • Versicherungen

  • usw.

Diese Ausgaben decken Deine üblichen Lebenshaltungskosten ab und sind gleichzeitig recht gut planbar.

Einziger Fallstrick: nicht alle Zahlungen für z.B. Versicherungen fallen monatlich an! Denke also auch daran, auch die Kosten einzubeziehen, die nur jedes Quartal oder einmal im Jahr anfallen.

Konto 2: 10% für die Finanzielle Freiheit

Auf Konto Nummer 2 gehören Deine langfristigen Rücklagen. Dies ist das Geld, von dem Du Deine Altervorsorge finanzierst. Gleichzeitig ist dies aber auch der Topf, von dem Du ungeplante Ausgaben (Waschmaschine kaputt, Trennung, Job weg usw.) abdeckst.

Baue Dir also im ersten Schritt einen Notgroschen auf (dieser sollte so hoch sein, dass Du davon 3-6 Monate leben kannst, auch wenn Du keinerlei Einkünfte hast) und beginne erst danach, Dein Geld langfristig anzulegen (z.B. an der Börse).

Konto 3: 10% für Deine Sparziele

Auf dieses Konto geht das Geld für Deine geplanten zukünftigen Investitionen. Hiervon zahlst Du den nächsten Urlaub, Dein neues Auto, die Designerhandtasche, Deine Hochzeit usw.

Je nachdem, auf wie viele Ziele Du hinsparst, kann es sinnvoll sein, dieses Konto nochmal zu unterteilen und Dir weitere Unterkonten anzulegen. So behältst Du jederzeit den Überblick, wie weit Du bei Deinen Zielen schon gekommen bist.

Konto 4: 10% für Deine Weiterbildung

Eker folgt folgender Logik: investiere in Dich und Dein Leben wird automatisch besser bzw. Du ziehst ganz natürlich mehr Geld an. Aus diesem Grund gibt es dieses Konto, auf das ebenfalls 10% Deiner Einnahmen fließen. Hiervon kannst und sollst Du Fortbildungen besuchen und in Dich und damit Deine wichtigste Ressource zu investieren.

Mein Tipp: Noch mehr Spaß macht es, wenn Du Deine Fortbildungen planst und dann jeden Monat darauf hinsparst. So steigt die Vorfreude und Du fieberst regelrecht auf den Tag hin, wo genug Geld auf dem Konto ist, dass Du sie buchen kannst. Gerade bei größeren Investments ist es ein grandioses Gefühl, wenn Du endlich buchen kannst.


Konto 5: 10% für Deinen Spaß

Kommen wir zu meinem Lieblingskonto: dem Spaßkonto. Das Geld auf diesem Konto steht Dir jederzeit zur freien Verfügung. Und zwar für alles, worauf Du gerade Lust hast. Dies kannst und sollst Du Dir jederzeit ohne schlechtes leisten!

Eker sagt, das Geld dient insbesondere den Dingen, die Du Dir sonst nicht leisten würdest (Dafür hast Du ja bereits auf den anderen Konten Geld zurückgelegt!). Dies kann das Abendessen in einem tollen Restaurant sein, die tollen Schuhe, die Du so gerne hättest oder ein spontanes Wochenende in London mit Deinen Mädels.

Konto 6: 5-10% für Spenden

Laut Eker haben viele Menschen Angst, sich von ihrem Geld zu trennen. Um zu lernen, dass dies nicht passiert, rät er, dass Du 5-10% Deiner Einnahmen spendest.

Dies kannst Du auch guten Gewissens tun, denn Du hast ja bereits auf Deinen anderen Konten genug Geld für alle Bereiche Deines Lebens zurückgelegt.

Sammle also Geld auf diesem Konto und spende dieses dann an Organisationen, die Du unterstützen möchtest. Du wirst sehen: mit Hilfe dieses Kontos kannst Du Gutes tun ohne Verzichten zu müssen.

Was aber tun, wenn Dein Geld nicht reicht

Soweit so gut. Was aber sollst Du nun tun, wenn Dein Geld für diese Aufteilung nicht ausreicht? Viele stellen zu Beginn recht schnell fest, dass ihre fixen Kosten die 50-55% für Konto 1 bereits (deutlich) übersteigen und die Rechnung so nicht für sie aufgehen kann.

Fange mit dem an, was geht

Wenn es Dir auch so geht, dann mach Dich nicht verrückt. Fange mit dem an, was heute geht und arbeite dann nach und nach daran, Deine Sparquoten in die richtige Richtung zu entwickeln.

Das allerwichtigste beim Sparen ist das Anfangen!

Warte also bitte keinesfalls so lange, bis Du mit perfekten Quoten anfangen kannst. Ein Ziel dieses Modells ist es ja, wirtschaften zu lernen.


Arbeite an Deinen Ausgaben

Ein toller Effekt dieses Modells ist es, dass Du Deine Ausgaben hinterfragst und so fast automatisch reduzierst. Oft fehlt uns allen der Antrieb, es wirklich mal zu machen. Denn so richtig viel Spaß macht der ganze Papierkram ja doch den wenigsten von uns.

Beginne also damit, Deine Verträge zu überprüfen, ob Du sie kündigen solltest, oder zu einem preiswerteren Anbieter wechseln. Das meiste Potenzial findet sich z.B. in Deinen Verträgen für Strom, Telefon und Auto und die meisten überflüssigen Verträge sind sicher Zeitschriftenabos und die Mitgliedschaft im Fitnessstudio, in das Du nie gehst ;-).

Hinterfrage außerdem Deine Ausgaben kritisch: Gibts Du Geld aus für Dinge, die doch nur im Schrank landen? Schmeißt Du viele Lebensmittel weg?  Kaufst Du oft Dinge, mit denen Du schnell nicht mehr zufrieden bist?

Darauf zu achten, nichts überflüssiges zu kaufen, keine Lebensmittel mehr wegzuwerfen und keine unbefriedigenden Produkte mehr zu kaufen, führt nach meiner Erfahrung bei ganz vielen dazu, dass sie plötzlich viel weniger Geld ausgeben, OHNE sich einschränken zu müssen.

Erhöhe Deine Einnahmen

Es gibt 2 Wege, wie Du Deine Sparraten erhöhen kannst: Du gibst weniger aus, oder Du nimmst mehr ein.

Während der Weniger-Ausgeben-Aspekt viel Beachtung findet, beschäftigen sich viel zu viele Frauen meiner Meinung nach noch viel zu selten und wenn, viel zu zaghaft mit der anderen Seite.

Überlege also, welche Möglichkeiten Du hättest, Deine Einnahmen zu erhöhen.

  • Könntest Du vielleicht Deine wöchentlichen Arbeitsstunden aufstocken?

  • Ist jetzt vielleicht endlich der Zeitpunkt für die schon lange überfällige Gehaltsverhandlung vor der Du Dich so gerne drückst?

  • Oder solltest Du vielleicht endlich mal aktiv an der Beförderung arbeiten, die Du Dir insgeheim schon lange wünschst?

Natürlich könntest Du Dir alternativ auch einen anderen Job suchen, einen Nebenjob annehmen oder Dich neben- oder hauptberuflich selbstständig machen.

Egal wie: wichtig ist in meinen Augen vor allem, dass Du Dich gedanklich mit dem Thema beschäftigst und hier kein ungenutztes Potenzial liegen lässt, wofür Du auf der anderen Seite mühsam sparen müsstest!

So setzt Du das 6-Konten-Modell um

Beginne besser heute als morgen, das Modell anzuwenden. Ich habe es ja bereits gesagt:

Zu starten ist wichtiger, als dass alles von Tag 1 an perfekt ist.

Finanzielle Verpflichtungen, wie Abos usw., kannst Du ja ohnehin nicht einfach über Nacht reduzieren, sondern brauchst vielleicht eine Weile dazu. Das ist völlig ok. Dann brauchst Du halt zu Beginn noch 80% Deiner Einnahmen für Konto 1. Völlig egal.

Beginne einfach dort, wo Du stehst. Lege die Beträge fest, die Du auf jedes Konto einzahlen willst:

  • Die Summe aller Deiner Fixkosten kommt auf Konto 1.

  • Den Rest verteilst Du auf die restlichen Konten; entweder gleichmäßig, oder aber so, wie es für Dich am besten passt.

  • Wichtig ist: spare jeden Monat mindestens 1€ auf jedes der Konten ein!

  • Sobald Du kannst, passt Du Deine Sparraten an.

Und apropos Konten: Je nachdem, wie Du sie nutzt, willst Du hier eine Mischung aus Tagesgeldkonten und Girokonten wählen. Ich habe es z.B. so gelöst (obwohl ich, wie ich Dir gleich noch zeige, das Modell ein wenig adaptiert habe):

  • Konto 1 (alltägliche Ausgaben) und Konto 5 (Spaßkonto) sind Girokonten, da ich über sie regelmäßig verfüge und die Möglichkeit haben will, mit Karte zahlen zu können

  • Alle anderen Konten sind Tagesgeldkonten, da ich über sie selten ad hoc verfügen will und muss. Wenn ich Beträge davon ausgeben will, überweise ich sie mir einfach auf mein Konto 1.

In der Übersicht sieht das dann etwa so aus:

6-konten-modell.png

Damit die ganze Geschichte auch möglichst rund läuft, empfehle ich Dir, Dir entsprechende Daueraufträge einzurichten. Nehmen wir mal an, Deine regelmäßigen Einnahmen (= Dein Gehalt) landen zuerst auf Konto 1. Dann richte die Daueraufträge so ein, dass am Folgetag des Geldeinganges automatisch alle Beträge direkt auf Deinen anderen 5 Konten landen.

Und nun musst Du gar nichts weiter tun, sondern einfach nur noch zuschauen und Dich freuen, dass Dein Geld automatisch in/auf den richtigen Töpfen landet.


Das 6-Konten-Modell ist nicht in Stein gemeißelt

Natürlich gibt es keine Regel, dass Du alles genau so umsetzen musst, wie T. Harv Eker sich das überlegt hat. Weder die Sparquoten sind in Stein gemeißelt, noch musst Du unbedingt 6 Konten anlegen.


Du darfst und sollst das Modell gerne Deinem Leben anpassen. Denn je nach Lebensumständen muss dies nicht die beste Lösung für Dich sein. Vielleicht sind die auch 10% für Weiterbildung zu wenig und 5% zum Spenden zu hoch.

Dein Leben, Deine Regeln!

Passe an, was Dir nicht gefällt. Probiere herum, bis es für Dich wirklich passt.

So nutze ich das Modell

Das habe ich auch gemacht und bin letztlich bei einem Modell gelandet, was “nur” 4 Konten umfasst:

  • 40% Leben

  • 30% Altersvorsorge

  • 10% Sparen

  • 20% Spaß


Meine Gründe für dieses Modell:

  • Ich bin selbstständig und zahle nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Daher entfällt ein recht hoher Teil meiner Einnahmen für die Altervorsorge. Wäre ich angestellt, würde ich vermutlich andere Quoten festlegen.

  • Ich habe kein Fortbildungskonto, da diese Dinge von meinem Business abgedeckt werden. Dort bilde ich mich regelmäßig fort und brauche daher kein zusätzliches Konto dafür.

  • Meine Spenden gehen von meinem Spaßkonto ab. Ich hatte noch nie Angst, Geld loszulassen und empfinde es persönlich als lehrreicher, wenn ich vor die Wahl gestellt werde, entweder gutes zu tun, oder egoistisch zu sein. Ergo habe ich beide Konten zusammen gelegt.


Möglicherweise wirst Du mir nicht zustimmen. Oder meine Quoten gar für unrealistisch halten. Das kann gut sein, denn Deine Lebensumstände und meine sind vielleicht völlig unterschiedlich.

Darum geht es unterm Strich auch gar nicht. Denn nicht Deine Quoten entscheiden über den “Erfolg”, den Du mit einem solchen Modell erzielen kannst. Es ist Deine Entscheidung, vernünftig zu wirtschaften.


 

Pin mich:

Das 6-Konten-Modell nach T. Harv Eker ist eine geniale Vorlage für alle diejenigen, die ihre Finanzen problemlos im haben und sparen wollen. In diesem Artikel stelle ich Dir das Modell vor und zeige Dir, wie Du es so umsetzt, dass es zu Dir und Deinem Leben passt. So sorgst Du spielend fürs Alter vor, kannst Deine Anschaffungen finanzieren, einen Notgroschen aufbauen und hast trotzdem noch ausreichend Geld übrig, dass auch der Spaß nicht zu kurz kommt. #sparen #investieren #geld #finanzen