Der 4-Schritte-Plan: Finanzen ordnen und vorsorgen als selbstständige Frau

Die eigenen Finanzen ordnen und vorsorgen muss sein - das wissen wir alle. Doch wenn wir ganz ehrlich sind: so richtig Lust, sich damit zu beschäftigen hat keine von uns wirklich. Denn das Thema ist komplex und viel zu oft ziemlich undurchsichtig. Doch es geht auch leichter. Wie, habe ich in dieser kurzen Anleitung zusammengestellt.

Schritt 1: Deine Einnahmen und Ausgaben managen

Das größte Problem als Selbstständige: Deine Lebenshaltungskosten sind (relativ) fix, Deine Einnahmen schwanken jedoch zum Teil sehr. Deine Situation ist also ungleich herausfordernder als die von Angestellten und es ist gleichzeitig noch wichtiger, dass Du einen guten Überblick über Einnahmen und Ausgaben hast.

Viele empfehlen in dieser Situation das gute alte Haushaltsbuch.

Ich nicht.

Denn die meisten halten das ständige Aufschreiben nicht lange durch.

Und ich finde es auch zu aufwändig dafür, dass es bessere und einfachere Wege gibt, 

Außerdem geht es einfacher - mit einem simplen System mit mehreren Konten:

1 | geschäftliche Konten und Rücklagen

  • Lege von Deinen Einnahmen sofort die Beträge zurück, die Du für die Umsatz- und Einkommenssteuer brauchst (auf ein separates Konto) - Dein Steuerberater hilft Dir gerne dabei, die Beträge für die Einkommenssteuer zu bestimmen

  • Bilde eine geschäftliche Rücklage für Zeiten, in denen Der Umsatz mal schlechter ist (oder Du krank wirst) - 3 Monate solltest Du damit mindestens auskommen können, auch wenn Du gar keinen Umsatz machst

  • Zahle Dir ein festes monatliches Gehalt aus, von dem Du Deine sonstigen Lebenshaltungskosten wirklich decken und Rücklagen bilden kannst - reicht es dafür aktuell nicht, dann machst Du entweder zu wenige Umsatz; oder Deine Kosten sind zu hoch (oder beides)

2 | private Konten und Rücklagen

  • Ich bin ein großer Freund des 6-Konten-Modells von T. Harv Eker, was ich in diesem Artikel genau beschrieben habe. Aber es geht natürlich auch weniger komplex. Ich empfehle Dir mindestens die folgenden Konten, um Deine Ausgaben im Blick zu halten, ohne ein mühsames Haushaltsbuch führen zu müssen

  • 1 - ein laufendes Girokonto, aus das Dein monatliches Gehalt eingeht und von dem Du Deine laufenden kosten bestreitest

  • 2 - ein Konto für Deinen privaten Notgroschen

  • 3 - ein Konto für Deine “laufenden” Rücklagen - damit meine ich Geld, was Du für den nächsten Urlaub, das neue Auto, die schicke Handtasche oder andere größere Ausgaben zurücklegst

  • 4 - Deine Altersvorsorge - die sollte immer separat laufen und am besten direkt vom Gehaltseingang abgehen (damit Du gar nicht erst in die Versuchung kommst, die Zahlungen mal ausfallen zu lassen)

Am besten überträgst Du das Geld, was auf Deine Rücklagenkonten geht, soweit möglich immer mit Dauerauftrag; oder aber sobald das Geld eingegangen ist (z.B. bei den Steuerrücklagen). Denn wenn das Geld einmal vom Girokonto runter ist, läufst Du auch nicht Gefahr, es einfach auszugeben.

Schritt 2: Rücklagen bilden

Ich habe sie ja bereits kurz im ersten Teil erwähnt: Deine Rücklagen. 

Ich unterteile sie gerne in geschäftliche und private Rücklagen (und habe sie auch tatsächlich auf separaten Konten); so behältst Du viel leichter den Überblick, was nun geschäftlich ist und was privat. Denn es sind ja auch 2 verschiedene Dinge.

1 | geschäftliche Rücklagen

Die geschäftlichen Rücklagen teile ich gerne in 2 Kategorien auf:

  1. Die Rücklagen für noch anstehende Zahlungen (Finanzamt und Co) und

  2. Die Rücklagen für schlechte Zeiten (Umsatzeinbruch, Krankheit und Co.)

Für beide Fälle solltest Du eine separate Rücklage anlegen.

Für die Steuer legst Du einmal die vereinnahmte Umsatzsteuer und einen Betrag für die Einkommenssteuer zurück. Die will das Finanzamt ja in jedem Fall haben und es wäre sehr sehr blöd, wenn Du das Geld dann versehentlich bereits ausgegeben hättest.

Darüber hinaus solltest Du Dir außerdem noch eine Rücklage für schlechte Zeiten aufbauen. Denn natürlich kann es mal passieren, dass Du eine zeitlang keinen oder deutlich weniger Umsatz machst. Oder aber einmal krank wirst. Deine Kosten sinken in einem solchen Fall jedoch leider nicht oder nur deutlich langsamer.

Dagegen hilft nur: vorsorgen und eine Rücklage bilden. 

Wenn Du noch recht frisch selbstständig bist, wird es noch schwierig sein, hier größere Beträge zurück zu legen; sobald es jedoch geht, solltest Du beginnen Dir diese Rücklage aufzubauen.

2 | private Rücklagen

Ergänzend dazu kommen die privaten Rücklagen. Den berühmten Notgroschen kennt ja jede von uns. Er ist Deine eiserne Reserve für schlechte Zeiten: Waschmaschine oder Auto kaputt, Umzug nach Trennung, Weltreise usw.

Ich nenne den Notgroschen daher auch gerne “Scheiß-drauf-Konto”. Denn genau für diese unerwarteten Fälle und Ausgaben ist diese Rücklage da. Sie stellt sicher, dass Dich keine überraschende Ausgabe aus der Bahn werfen kann.

Insgesamt sollte Dich Dein Notgroschen mindestens 3, besser 6 Monate über Wasser halten können, d.h. die Lebenshaltungskosten für diesen Zeitraum decken.

Neben dem Notgroschen macht es Sinn, eine weitere Rücklage zu haben. Also ein Tagesgeldkonto auf dem Du für geplante Ausgaben Geld zurück legst. Z.B. für den nächsten Urlaub. Oder die neue Handtasche. Oder aber auch für Zahlungen, die nur 1x im Jahr anfallen - z.B. die Versicherung fürs Auto.

Stufe 3: Geld für größere Ausgaben ansparen

Das Leben ist voller Veränderungen von denen viele zwar zeitlich nicht 100%ig abschätzbar sind, in Deiner Lebensplanung dennoch eine wichtige Rolle spielen. Z.B.:

  • Haus- oder Wohnungskauf

  • Ausbildung der Kinder

  • Auswanderung

  • neues Auto, neue Zähne, neue Küche

  • usw.

All dies sind Anschaffungen, die Du vermutlich nicht mal eben aus der Portokasse wirst decken können. Also solltest Du vorsorgen. Schließlich wissen wir alle, dass sich mit genug Geld auf dem Konto viele Entscheidungen leichter treffen lassen. 

Um das möglichst erfolgreich hinzubekommen, solltest Du Dir folgende Dinge überlegen:

  1. Welche Anschaffungen/Pläne stehen in den nächsten Jahren an, für die Du Geld brauchst und was kosten sie? Notiere Dir ruhig erstmal alles und schätze die Beträge ab und den Zeitpunkt so gut wie möglich ab. Das muss gar nicht unbedingt ein wirklicher Plan sein; auch wenn es nur eine grobe Idee oder vage Möglichkeit ist. 

  2. Dann priorisiere Deine Notizen. Ist das Haus ein “muss”, oder nur nice to have? Wie wahrscheinlich ist es, dass Du Deinen Kindern ein Studium finanzieren wirst?
    Das Problem für die meisten von uns ist ja, dass wir nicht alle geplanten Ausgaben zu 100% aus Erspartem werden finanzieren können. Daher kannst Du vielleicht nur für einen Teil vorsorgen. Das ist völlig ok und eine gute Gelegenheit, sich die eigenen Pläne auch nochmal zu überlegen und in “muss” und “kann” aufteilen.

  3. Wenn Deine Liste steht, dann überlege Dir, wie viel Geld Du eigentlich monatlich zurücklegen müsstest, um Deine Ziele zu erreichen und wie es Dir gelingen kann, diese Rücklage aufzubauen.

Wie Du das Geld dann anlegst hängt ganz davon ab, wann Du das Geld brauchst und wie fix der Zeitpunkt ist, an dem Du es brauchst. Sparst Du z.B. für den Führerschein Deines Neugeborenen Kindes, hast Du deutlich mehr Zeit, das Geld zusammen zu kriegen, als wenn Du Dir vornimmst, in den nächsten 5 Jahren ein Haus zu kaufen.

Generell gilt: je länger der Anlagezeitraum, desto risikoreicher kann Deine Anlageform sein. Brauchst Du das Geld ggfs. schon morgen, solltest Du besser auf Nummer sicher gehen - auch wenn die Rendite dann entsprechend mies ist.

Stufe 4: Altersvorsorge

Die letzte Stufe bildet dann die Altersvorsorge, für die die meisten Selbstständigen bekanntlich komplett selbst verantwortlich sind. Heißt: sparst Du nichts, droht Dir im Alter Hartz 4.

So weit willst Du es sicher nicht kommen lassen. Daher: beginne so bald wie möglich, zumindest kleine Beträge zurück zu legen.

Im Grunde genommen gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen den Rücklagen aus Schritt 3 und Deiner Altersvorsorge. Es ist jedoch üblicherweise die Rücklage mit der längsten Laufzeit und die, die Du keinesfalls vorzeitig anfassen oder auflösen solltest.

Der erste Schritt in Sachen Altersvorsorge ist immer die Berechnung der zu erwarteten Rentenlücke und der sich daraus ergebenden monatlichen Sparrate. Sprich: Du willst wissen, wie viel Geld Du eigentlich monatlich zurücklegen musst, um im Alter davon gut leben zu können.

Wie viel es genau ist, hängt von ein paar Faktoren ab: 

  • Je mehr Geld Du im Alter zur Verfügung haben willst, desto mehr wirst Du sparen müssen (logo). 

  • Je mehr Risiko Du bereit bist einzugehen, desto höher wird die Rendite sein. 

  • Je länger Du bis zur Rente Zeit hast, desto eher kannst Du ein hohes Risiko “verkraften” und je besser kann Dein Geld für Dich arbeiten

Aufgrund der langen Laufzeit und des positiven Effekts, den eine gute Rendite auf die Sparrate hat (je besser die Rendite, desto weniger Geld musst Du zurücklegen), empfiehlt es sich für die allermeisten von uns, das Geld fürs Alter an der Börse zu investieren. Genauer gesagt in ETF

Denn bei den mickrigen Zinsen, die Du aktuell bekommst, wird es sonst echt schwierig, genug Geld zusammen zu bekommen.

Noch dazu bieten ETF 5 unschlagbare Vorteile:

  • ETFs sind einfach zu verwalten

  • Man braucht kein Fachwissen, um erfolgreich in ETF zu investieren

  • ETFs sind günstiger als aktive Fonds

  • Die Rendite von ETFs ist vergleichsweise hoch

  • Dein Risiko mit ETFs ist überschaubar

Wie Du damit beginnst, zeige ich Dir übrigens in meinem gratis Finanz-Kurs, für den Du Dich hier gratis anmelden kannst.

Darin lernst Du, wie Du als selbstständige Frau Deinen Finanzen organisierst, so dass Du Geld zurücklegst und bestmöglich vermehrst, selbst wenn Du weder Zeit noch Lust hast, Dich damit zu beschäftigen.

Die eigenen Finanzen ordnen und vorsorgen muss sein - das wissen wir alle. Doch wenn wir ganz ehrlich sind: so richtig Lust, sich damit zu beschäftigen hat keine von uns wirklich. Denn das Thema ist komplex und viel zu oft ziemlich undurchsichtig. Doch es geht auch leichter. Wie, habe ich in dieser kurzen Anleitung zusammengestellt. #geld #investieren #sparen #finanzen