3 Gründe, warum Du Deine Finanzen nicht im Griff hast

Wenn Du ein paar elementare Fehler bei Deinen Finanzen vermeidest, kannst Du im Laufe Deines Lebens Hunderttausende - wenn nicht sogar Millionen - sparen.

Zu wissen, was Du dabei NICHT tun solltest, ist schon die halbe Miete.

Fehler Nummer 1: Du hältst Dich mit unwesentlichem Kleinkram auf (oder ignorierst das Thema komplett)

Hast Du schonmal jemanden dabei beobachtet, der vermeintlich kurz davor ist, eine Entscheidung zu treffen, dann aber jede Menge Probleme aufbringt, die er erst lösen muss, bevor er sich entscheiden kann.

Da ist Deine Freundin, die gerne ein höheres Gehalt hätte, aber niemals mit ihrem Chef redet, weil erst das eine Projekt beendet, dann der neue Kollege eingearbeitet und dann die Urlaubszeit überstanden werden muss.

Oder die Freundin, die sich im Fitnessstudio anmelden will. Sobald sie die lästigen 5kg abgenommen hat, die sie stören, sie endlich die passenden Klamotten hat, um dort gut auszusehen und ein wenig trainiert hat, um nicht wie ein Volldepp dazustehen.


Genauso geht es ganz vielen mit dem Thema Geld. Anstatt sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und loszulegen, beschäftigen sie sich mit Kleinigkeiten (z.B. in welchen der 3 nahezu identischen Fonds wir nun investieren wollen). Alles unter dem Vorwand auch ja nichts falsches oder unüberlegtes zu tun.

Weil sie nichts bereuen wollen, tun sie nichts.


Und machen währenddessen genauso weiter, wie bisher.

  • Haben keinen Überblick darüber, wo ihr Geld wirklich hingeht

  • Verwalten deshalb einen Mangel, den sie gar nicht haben müssten

  • Schieben das Thema Geldanlage auf die lange Bank


Gleiches gilt auch für diejenigen, die sich GAR NICHT um ihre Finanzen kümmern.

Denn beide Szenarien führen zum selben Ergebnis: SIE TUN GAR NICHTS

Dabei braucht es für geordnete Finanzen eigentlich nur 2 simple Dinge:

  1. Schaffe Dir eine Kontenstruktur, die Dir dabei hilft, Dein Geld im Blick zu behalten und

  2. Investiere so früh wie möglich, damit Dein Geld für Dich arbeiten kann


Aber das ist natürlich nicht so hot und sexy wie der geilsten Anlagestrategie von Börsenguru XYZ zu folgen.

Und es klingt lange nicht so effektiv, wie die Strategien der Super-Sparsamen, die Dir immer wieder sagen, Du sollst möglichst wenig Geld ausgeben.

Und doch ist es das, was unterm Strich wirklich funktioniert.

Fehler Nummer 2: Du glaubst, Verzichten sei einfach

Wenn Du nach Spartipps googelst, findest Du z.B. die folgenden Ideen:

  • Schneide Dir selber Deine Haare

  • Mache einen Filmabend zu Hause, statt ins Kino zu gehen

  • Verzichte im Café auf den Kuchen

  • Dusche, statt zu baden

Oder - den Klassiker - verzichte auf Dein Brötchen / Deinen Kaffee-Latte morgens vom Bäcker.

Solche, oder so ähnliche Tipps wirst Du hier niemals finden!

Wenn Du glaubst, Dich reich sparen zu können, dann wirst Du hier vermutlich nicht die richtigen Ideen finden. Natürlich kannst Du aus Gründen der Sparsamkeit lieber zuhause einen Film ansehen, statt ihn im Kino mit tollem Sound zu genießen (was Du nämlich viel lieber tun würdest). Doch willst Du wirklich so jemand sein? Jemand, der sich unter dem Deckmäntelchen der Sparsamkeit nichts mehr gönnt?

Falls Du diese Frage mit nein beantwortest, dann lass Dir gesagt sein: Du kannst Deine Finanzen im Griff haben und sparen, OHNE ständig verzichten zu müssen.


Denn Verzicht funktioniert langfristig einfach nicht!

(Wenn das klappen würde, würden nicht so viele Leute ihre Diäten erfolglos abbrechen und nicht derart viele Fitnessstudios ab Mitte Januar wieder leer sein.)

Lass mich nochmal auf das Kaffee-Latte-Beispiel zurückkommen. Sicher hast Du davon schon irgendwo gelesen.

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Die Begründung ist immer die Gleiche: Wenn Du jeden Tag 3€ für Deinen Kaffee einsparst, hast Du im Monat 90 und in einem Jahr 1.095€ gespart. Vernünftig angelegt, werden daraus 12.000€ in 10 Jahren.

FALSCH!


Warum das so nicht funktioniert?

Wenn Du das schaffen willst, musst Du Dich JEDEN TAG gegen den Kaffee entscheiden. Für den Rest Deines Lebens!

Und das, obwohl dieser Kaffee vielleicht Deine einzige Freude auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit ist. Obwohl Du ihn so lecker findest und Dich jeden Tag aufs neue darauf freust.


Verzichten ist schlecht fürs Selbstbewusstsein

Und nicht nur das. Was dieser tolle “Tipp” komplett außen vor lässt, ist der Effekt, den diese Unternehmung auf Dein Selbstbewußtsein hat: Du nimmst Dir heute fest vor, es “nie wieder” zu tun. In Woche 3 Deiner Kaffee-Diät trifft Du morgens auf dem Weg zur Arbeit aber eine liebe Kollegin und sie schlägt vor, doch eben noch im geliebten Coffee-Shop vorbeizuschauen. Und weil es ja so nett und gesellig ist, wirst Du schwach. Und kaufst Dir dennoch einen Latte. Und versagst.

Ok, einmaliger Ausrutscher, denkst Du Dir. Nicht so schlimm.


Doch keine 3 Tage später landest Du wieder dort. Und schon ist der Bann gebrochen.

(Das ist übrigens genau DER Grund, warum ehemalige Raucher wieder mit dem Rauchen beginnen. Erst ist es die eine Kippe auf der Party. Dann die geschnorrte vom Kollegen. Usw. Und ehe sie sich versehen, sind die wieder bei ner Schachtel am Tag. Been there. Done that ;-))


Geld gespart und trotzdem arm?

Nehmen wir aber an, Du bist mit Deiner Mission erfolgreich. Nie wieder Kaffee-Latte.

Warum bist Du dann trotzdem nicht reich? Wo sind die prall gefüllten Sparkonten?


Du hast sie nicht. Denn wer legt die täglichen 3€ schon wirklich auf die Seite. Du magst zwar rechnerisch 90€ im Monat sparen. Doch sie gehen einfach so unter. Oder kannst Du mir eine Person nennen, die durch Verzicht auf Kaffee, oder weil sie mit dem Rauchen aufgehört hat, reich geworden ist?


Lass uns nochmal nachrechnen:

Ich habe Anfang 2008 mit dem Rauchen aufgehört. Damals habe ich rund 5€ am Tag für Kippen ausgegeben. In Summe habe ich in diesem 10 Jahren (Preissteigerungen mal nicht berücksichtigt) also 18.250€ nicht ausgegeben. Clever investiert hätte ich daraus vermutlich 25.000€ machen können.

Habe ich heute ein prall gefülltes “ich rauche nicht mehr”-Konto? Du ahnst es: nein.


Fehler Nummer 3: Ach, da kümmere ich mich irgendwann mal drum

Die Aufschieberitis ist der größte Feind beim Vermögensaufbau.

Die Zeit (im Sinne von Anlagedauer) ist Dein größter Freund.


Mit diesen 2 Sätzen ist praktisch alles gesagt, was Du wissen musst, wenn es um Deinen Vermögensaufbau geht. Der beste Zeitpunkt zu beginnen war gestern. Der zweitbeste ist heute.

Ein Beispiel gefällig:

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Die clevere Clara legt unterm Strich deutlich weniger Geld zur Seite als die dumme Diana. Und hat am Ende doch 50.000€ mehr.

Clara beginnt bereits mit 25 100€ im Monat zu sparen. DAs tut sie für 10 Jahre. Anschließend hört sie auf einzuzahlen, lässt ihr Geld aber weiter für sie arbeiten.

Diana hingegen wartet bis sie 35 ist. Und legt ab dann ebenfalls jeden Monat 100€ an. Dies tut sie für insgesamt 30 Jahre.

Und obwohl Clara nur 10 Jahre Geld gespart hat (insgesamt 12.000€) und Diana sogar für 30 (insgesamt also 36.000€) hat Clara am Ende mehr Geld zur Verfügung.

Wie kann das sein, fragst Du Dich?

Der Grund dafür nennt sich Zinseszinseffekt und ist der allergeilste Scheiß, wenn es um Vermögensaufbau geht.


So funktioniert der Zinseszinseffekt

Wenn Du heute 100 anlegst und eine Rendite von 5% erwirtschaftest, hast Du am Ende des Jahres 105€. Legst Du diese weiter an (die Rendite bleibt unverändert), werden daraus am Ende von Jahr 2 schon 110,25€ usw.

Heißt: Am Ende des 1. Jahres ist Dein eingesetztes Kapital um die Rendite gestiegen. Legst Du nun den kompletten Betrag für ein weiteres Jahr an, erhältst Du die Rendite nicht mehr auf den ursprünglich angelegten Betrag (= 100€), sondern auf den höheren Betrag (= 105€).

Weil der zu verzinsende Betrag jedes Jahr steigt, steigen auch die Erträge. Es wird also jedes Jahr ein höherer Betrag verzinst. Dieser Effekt wird immer deutlicher, je länger eine Anlage liegt.

 
 

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